Verstehen Sie die Unterschiede zwischen Depot- und Selbstverwahrungs-Wallets und erfahren Sie, wann welche Option aus finanzieller Sicht am sinnvollsten ist.
GELD-BRIEF-SPANNE ERKLÄRT: SO BEEINFLUSST SIE DEINE HANDELSKOSTEN
Die Geld-Brief-Spanne spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Handelskosten, der Liquidität und der Markteffizienz für Anleger.
Was ist die Geld-Brief-Spanne?
Die Geld-Brief-Spanne (Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (Bid) und dem Briefkurs (Ask). Sie beschreibt also den Abstand zwischen dem höchsten Preis, den Käufer aktuell zu zahlen bereit sind, und dem niedrigsten Preis, zu dem Verkäufer verkaufen würden.
- Geldkurs (Bid): Preis, zu dem Sie verkaufen können
- Briefkurs (Ask): Preis, zu dem Sie kaufen können
Die Spanne ergibt sich aus der Differenz dieser beiden Kurse. Liegt der Geldkurs beispielsweise bei 100,50 £ und der Briefkurs bei 100,60 £, beträgt der Spread 0,10 £.
Der Spread ist auf allen Märkten vorhanden – egal ob Aktien, Devisen, Rohstoffe oder Kryptowährungen – und gilt als direkter Indikator für die Marktliquidität. Enge Spreads sprechen meist für viele aktive Marktteilnehmer und stabile Preisbildung, während weite Spreads häufig auf geringere Liquidität, höhere Volatilität oder Unsicherheit hinweisen.
Oft stellen sogenannte Market Maker (z. B. Banken oder Brokerhäuser) fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse und sichern dadurch Liquidität. Ihr Gewinn entsteht typischerweise aus dem Spread. Besonders im außerbörslichen Handel (OTC) oder in weniger transparenten Märkten können Spreads breiter sein und zusätzliche Kosten indirekt enthalten.
Die Höhe des Spreads hängt unter anderem ab von:
- Liquidität: Häufig gehandelte Werte haben meist engere Spreads
- Volatilität: In unsicheren Phasen weiten sich Spreads oft aus
- Tageszeit: Geringes Handelsvolumen kann Spreads vergrößern
- Ordergröße: Große Orders können höhere Ausführungskosten erzeugen
Wie der Spread die Handelskosten beeinflusst
Der Geld-Brief-Spread ist ein impliziter Kostenfaktor, der oft unterschätzt wird. Während Kommissionen und Gebühren sichtbar sind, entsteht der Spread automatisch bei jeder Transaktion – direkt beim Einstieg. Ein einfaches Beispiel:
- Geldkurs: 100 £
- Briefkurs: 101 £
Wenn Sie kaufen, zahlen Sie 101 £. Würden Sie die Position sofort wieder schließen, könnten Sie nur zum Geldkurs (100 £) verkaufen. Die Differenz von 1 £ entspricht Ihrer unmittelbaren Handelskosten – noch bevor andere Gebühren dazukommen. Die Bedeutung des Spreads wird besonders deutlich in folgenden Situationen:
- Kurzfristiger Handel: Wer häufig ein- und aussteigt (Daytrading, Scalping), zahlt den Spread ständig neu.
- Geringe Liquidität: Bei wenigen gehandelten Werten können Spreads mehrere Prozent betragen und müssen erst durch Kursbewegungen ausgeglichen werden.
- Große Orders: Bei hoher Positionsgröße kann es vorkommen, dass nicht alles zum gleichen Preis ausgeführt wird, wodurch sich die effektiven Kosten erhöhen.
Professionelle Marktteilnehmer analysieren Spreads häufig im Rahmen einer Transaktionskostenanalyse (TCA), um zu bewerten, wie effizient Orders ausgeführt werden. Dabei spielen auch Kennzahlen wie effektiver und realisierter Spread eine Rolle, insbesondere wenn Slippage hinzukommt.
Insgesamt gilt: Spreads sind nicht nur Kosten, sondern auch ein Hinweis darauf, wie gut ein Markt funktioniert. Je effizienter die Preisbildung, desto geringer sind typischerweise die Reibungsverluste.
Spread-Management in Ihrer Strategie
Da der Spread die Rendite direkt beeinflusst, lohnt es sich, ihn aktiv in die Handelsstrategie einzubeziehen. Zwar lässt er sich nicht vollständig vermeiden, aber er lässt sich deutlich reduzieren.
1. Liquide Märkte bevorzugen
Werte mit hohem Handelsvolumen – etwa Large-Cap-Aktien, große ETFs oder Hauptwährungspaare – bieten meist die engsten Spreads und damit geringere Einstiegskosten.
2. Limit-Orders nutzen
Mit Limit-Orders kontrollieren Sie den Preis, statt zum nächstbesten Kurs auszuführen:
- Beim Kauf können Sie näher am Geldkurs platzieren
- Beim Verkauf vermeiden Sie unnötige Abschläge
Das kann zwar länger dauern, reduziert aber oft die Spread-Belastung.
3. Handelszeitpunkt berücksichtigen
Spreads sind häufig breiter bei:
- niedriger Liquidität (z. B. Randzeiten)
- starker Volatilität
- nachbörslichem Handel
Trades während der regulären Marktzeiten führen meist zu besseren Ausführungspreisen. Im Forex-Markt gelten Überschneidungen großer Handelsplätze (z. B. London/New York) als besonders günstig.
4. Broker-Modelle vergleichen
Einige Broker bieten „kommissionsfreies“ Trading, kompensieren dies jedoch durch höhere Spreads. Andere Verlangen-Kommissionen bieten dafür engere Spreads an. Die beste Wahl hängt stark von der Handelsfrequenz und der Ordergröße ab.
5. Tools und Transparenz nutzen
Plattformen mit Markttiefe (Level-II-Daten) und Spread-Tracking helfen dabei, ungünstige Spread-Spitzen zu erkennen und Einstiege besser zu timen.
DIES KÖNNTE SIE EVTL. AUCH INTERESSIEREN